Eine Sommerreise zurück zum Wesentlichen

16/04/2016

Worüber habe ich mir gestern noch mal Sorgen gemacht? Die Brandung umspült leicht meine Füße, ich atme ein, ich atme aus und der Alltag ist plötzlich ganz weit weg. Wie bin ich hierher gekommen?

Da war dieser Moment. Ein Augenblick zwischen E-Mails, Anrufen und dem erneut auf später verschobenen Feierabend. Ich habe mir einen Flug gebucht, ganz spontan, und habe einige Wochen später fast wie in Trance die Koffer gepackt. Ich bin einfach los.

Schon die Landung auf diesem winzigen Flughafen – nur eine einzige Landebahn – und die unglaublichen Weite drum herum, bringen ein erstes Gefühl der Erleichterung.

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Dann, in der brütenden Hitze vorm Terminal, zücke ich mein Handy und stelle fest: kein Empfang. Wundervoll. Denn jetzt lasse ich mich auf den Moment ein. Ich habe Zeit und lerne, dass sich auch ohne technische Hilfe, stattdessen aber mit viel Gelassenheit, trotz Sprachbarriere eine regionale Bummelbahn buchen lässt. Und was für ein Genuss ist das: Ich habe mir auf dem Markt Obst, Gemüse und ein frisches Brot gekauft, lasse mich jetzt im Zug durch die Landschaft schaukeln und genieße den Moment. Es ist fast wie im Film. Kleine Örtchen und goldene Haine ziehen vorbei, ich lehne mich zurück, koste die frischen Früchte und lasse die Gedanken schweifen.

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Als ich die Zeit schon fast vergessen habe, beginnt es am Horizont zu glitzern. Das Meer. An der Begeisterung für diesen Moment hat sich seit meiner Kindheit nichts geändert. Ich schiebe das Fenster hinunter und warte auf den Augenblick, in dem ich das Meer riechen kann: salzig frisch und klar. Kurze Zeit später endet die Zugreise in einem kleinen Fischerörtchen, in dem ich direkt am Marktplatz ein winziges, kühles Pensions-Zimmer beziehe. Für eine Weile sind meine Tage nun geprägt von langen Strandspaziergängen, langen Lese-Pausen in der Mittagshitze und abendlichen Gesprächen mit anderen Reisenden im Café oder im Restaurant.

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Diese Zeit ist kostbar. Diese Zeit erinnert mich daran, wie ich mein Leben leben möchte. Ich komme bei mir an und kehre mit viel Kraft und mit einem klaren Bewusstsein für das Wesentliche in meinen Alltag zurück. Er ist jetzt erst mal keine Belastung mehr. So lange, bis ich wieder losziehen muss.

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