Bauhaus Klassiker

Bauhaus Möbel: Design Klassiker auch heute noch im Trend

10/08/2019

Kubistische Formen und reduzierte Farben – dafür steht der Bauhausstil. In der Zeit des Bauhauses sind neben Kunst und Architektur auch zahlreiche Möbel entstanden. Die Möbelstücke haben sich im Laufe der Jahre zu echten Designklassikern entwickelt und sind heute gefragter denn je.

Form follows function – das ist der Leitsatz des Bauhaus-Designs. Er steht für klare, einfache und moderne Entwürfe und zeigt sich in der besonderen Konstruktion der Bauhaus-Möbel. Kennzeichnend für die Klassiker sind die geometrischen Formen und die optische Leichtigkeit. Die Designklassiker sind sehr minimalistisch eingesetzt und werden heute von den drei Möbelherstellern, Knoll International, Tecta und Thonet, produziert.

F51

Der F51 – ein typisches Bauhaus-Möbelstück, das im Jahr 1920 von dem Bauhaus-Direktor Walter Gropius für ein Direktorenzimmer in Weimar entwickelt wurde. Seit dem Jahr 1986 wird der kubische Sessel mit den voluminösen Polstern von der Firma Tecta produziert. Das Besondere an dem Klassiker ist die einzigartige Tragekonstruktion: Die Armlehnen ragen frei heraus und der Sesselrücken bleibt mit dem Boden unberührt. Durch seine Konstruktion zeichnet sich der Sessel als Vorgänger für hinterbeinlose Stühle aus.

Der F51 Sessel in den typischen kubistischen Formen

Wassily Chair

Eines der ersten Möbelstücke, das aus Stahlrohr hergestellt wurde: der Wassily Chair. Dieser Stuhl ist im Jahr 1926 von Marcel Breuer am Bauhaus entstanden. Angeblich ist Breuer von einem Fahrradlenker inspiriert worden, Stahlrohr als Werkstoff zu nutzen. Im Stuhl wird das Material mit Leder kombiniert, das sich über die Sitz- und Rückenfläche spannt. Das Besondere an dem Bauhaus Klassiker ist, dass alle Einzelheiten bis auf das kleinste Detail leicht zu erkennen sind. Heute wird der Wassily Chair von der Firma Knoll hergestellt.

Der Wassily Chair ist inspiriert durch einen Fahrradlenker

D4N

D4N – eine Neuinterpretation des Bauhaus-Klassikers D4 von Marcel Breuer aus dem Jahr 1926/27. Das Modell ist durch die einfache Klappfähigkeit eine mobile Variante des Wassily Sessels. Die britische Künstlerin Esther Wilson ist mit dem populären Klappstuhl D4 aufgewachsen und hat mit dem D4N ein poetisches Denkmal entwickelt, das sich vor dem Stuhl und dem Bauhaus verneigt. Das besondere Design beruht auf der Markierung einzelner Worte und Bleistift-Handnotizen auf einer Farbkopie. Die daraus entstandenen Elemente und Linien sind in ihrem originalen Format auf die textilen Flächen des Stuhls gestickt. Dadurch entsteht eine außergewöhnliche Stickerei auf dem Sesselrücken.

Der D4N – eine innovierte Weiterentwicklung des D4

Klassiker B42

Der populäre B42 – auch bekannt unter dem Namen Weißenhof-Stuhl –  wurde von Ludwig Mies van der Rohe in dem Jahr 1927 entworfen. Zusammengestellt ist der Stuhl aus einem federndem Gestell und aus vernickeltem Stahlrohr, kombiniert mit einem Naturrohrgeflecht. Durch die Federung gewährt das Möbelstück besonderen Komfort. Stefan Wewerka, bekannt als Architekt, Designer und Künstler, der mit Tecta zusammengearbeitet hat, bezeichnet im Jahr 1985 den Freischwinger als „schönstes Stuhlbauwerk seit dem Thronsessel Karls des Großen“ und als den eigentlichen Sieg der Bauhausvision.

Der berühmte Freischwinger B42 aus Stahl und einem Naturrohrgeflecht

(Quelle Bildmaterial: https://www.tecta.de/; https://www.knoll.com/)

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