Ausstellungstipp: Inside Out – Einblicke in die Mode

08/07/2013

Ein Mantel mit vier Ärmeln, ein Shirt in Ziegelsteinoptik, ein elastisches Schlangenkleid – Alltagstauglich sind sie nicht gerade, die 55 Exponate der Ausstellung „Inside Out“, die noch bis zum 13. Oktober 2013 im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg zu sehen sind. Stattdessen sind es performative und aufsehenerregende Kunstobjekte, die rund 30 Modeschöpfer hier präsentieren. Darunter Stardesigner wie Philippe Starck, Martin Margiela, Alba d’Urbano, Avantgardelabels wie Comme de Garçon, aber auch anonyme Werke und historische Exponate werden auf der Hamburger Schau ins rechte Licht gerückt. Sie alle haben eins gemeinsam: Sie spielen mit der menschlichen Silhouette, verfremden oder verformen, verhüllen oder enthüllen sie.

 

Moschino, Jackett und T-Shirt, Mailand, Herbst/Winter 2012/2013, Eigentum der Stiftung fpr die Hamburger Kunstsammlungen, Foto: Maria Thrun

Moschino, Jackett und T-Shirt, Mailand, Herbst/Winter 2012/2013, Eigentum der Stiftung fpr die Hamburger Kunstsammlungen, Foto: Maria Thrun

Das „Snake Dress“ der holländischen Modeschöpferin Iris van Herpen ist ein ganz besonderer Eyecatcher: Schwarze Acrylfolie zeichnet die Konturen des weiblichen Körpers exakt nach, während sich am Rücken schlangenartige Schläuche um die Silhouette winden. Damit bricht die Designerin mit gewöhnlichen Oberflächenstrukturen und Materialien und hinterfragt zugleich die Funktion von Mode. Ihr „kleines Schwarzes“ verwischt die Grenzen zwischen Kleid und Skulptur und zeigt einmal mehr, wie eng Mode und Kunst miteinander verwoben sind. Die Designerin, die für ihre avantgardistischen Kleider in 3D-Optik bekannt ist, schuf bereits Roben für die Popikonen Björk und Lady Gaga.

Iris van Herpen, Snake Dress, Haute Couture, Amsterdam 2011, Rückansicht, Eigentum der Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen, Foto: Maria Thrun

Iris van Herpen, Snake Dress, Haute Couture, Amsterdam 2011, Rückansicht, Eigentum der Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen, Foto: Maria Thrun

Neben diesen „Skulptur-Roben“ zeigt die Ausstellung auch einschnürende Mieder aus dem 18. Jahrhundert, Videoarbeiten, sowie neuere Entwürfe von der japanischen Modeschöpferin Rei Kawakubo. Das weiße Abendkleid aus ihrer Kollektion „White Drama“ von 2012 schnürt den Körper wie in einem Kokon fast zu: es enthält nur winzige Öffnungen für Kopf, Hände und Füße. Ihre Kollektionen werden unter dem japanischen Modelabel „Comme de Garçons“ vermarktet, das für seine übergroßen geometrischen Kleider bekannt ist.

Rei Kawakubo, Damenkleid Comme de Garcons, Tokio, Frühling/Sommer 2012, Eigentum der Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen, Foto: Maria Thrun

Rei Kawakubo, Damenkleid Comme de Garcons, Tokio, Frühling/Sommer 2012, Eigentum der Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen, Foto: Maria Thrun

Titelbild: Maison Martin Margiela, Mantel Maison, Paris, Herbst/Winter 2002/2003, Rückansicht, Eogentum der Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen, Foto: Maria Thrun

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